Martin Molin von der Band Wintergatan begann 2014 mit dem Bau der Marble Machine — einem Musikinstrument, das mit 2000 Murmeln die Töne erzeugt — und veröffentlichte 2016 ein Video auf YouTube, das die Maschine in Aktion zeigt.
Das Video wurde schnell viral und hat mittlerweile mehr als 225 Millionen Aufrufe. Das große Ziel war es, mit der Marble Machine auf eine Welttournee zu gehen.
Da die erste Maschine den Bedingungen einer solchen Tournee nicht genügte, baute Martin eine zweite, die Marble Machine X (MMX). Doch auch das Nachfolgemodell hielt nicht, was er sich erhofft hatte. Beide Maschinen gehören heute zum Musikkabinett — wenn auch nicht zwangsläufig im Museum selbst zu sehen: Die Marble Machine X lässt sich außerhalb des Hauptrundgangs auf Anfrage besichtigen, die erste Marble Machine ist derzeit nicht ausgestellt. An einer dritten Version arbeitet Martin bis heute.
Marble Machine
Ein Besuch im Speelklok Museum in Utrecht (Niederlande) inspirierte Martin dazu, die Marble Machine zu bauen. Sie entstand ohne exakte, vorbereitende Planung von Hand, entsprechend wurde an vielen Stellen improvisiert. Die Auswahl an Werkzeug und Maschinen war beschränkt — die Zahnräder etwa wurden mit einer Bandsäge ausgeschnitten. Der Bau der Maschine dauerte 14 Monate; für das Video kamen zunächst 60 Drehtage und weitere 60 Tage Nacharbeit hinzu, bis es der Öffentlichkeit präsentiert werden konnte.
Bevor die erste Marble Machine in das Musikkabinett gelangte, stand sie rund fünf Jahre in einem einseitig offenen Unterstand. Das hat dem Holz und den anderen verbauten Werkstoffen nicht gut getan. Ziel ist es, die Maschine zu konservieren und womöglich wieder gangbar zu machen. Vielleicht besucht sie so doch noch die Museen der Welt und erreicht ihr ursprüngliches Ziel.
„Die Marble Machine X ist nicht nur eines unserer jüngsten Instrumente, sondern wird auch aktiv von der Community fertiggestellt.“
Mitmachen!Marble Machine X
Der Bau des Nachfolgemodells Marble Machine X (MMX) begann 2017; der Fortschritt wurde in wöchentlichen Videos festgehalten. Um diese YouTube-Videos entstand eine Community, die Martin bald in den Prozess einbezog. Wintergatan-Community-Mitglieder waren sowohl an der Entwicklung des Designs als auch handwerklich beteiligt — einige Elemente und Teile der MMX stammen aus ihren Händen.
Vier Jahre später zeigte auch die neue Version so viele Probleme, dass Martin Molin beschloss, sie nicht fertigzubauen: Trotz zahlreicher gelöster Widrigkeiten wurden immer wieder neue sichtbar, die eine Welttournee unmöglich machten. Da die Community bereits involviert und weiterhin interessiert war, war der Entschluss schnell gefasst — gemeinsam anzupacken und für die MMX zumindest den Status „alle Instrumente können bespielt werden“ zu erreichen.